Gedanken zur N(M)acht

 

Im Institut rede ich in den Pausen häufig mit Maria. Maria kommt aus Polen und ist fasziniert von meinem Forschungsgebiet. Sie staunt immer ungläubig und sagt Sachen wie: wenn ihr erzählt, hört sich das immer wie science fiction an!
Maria hat einen Freund. Peter. Ich habe Peter noch nicht getroffen, aber ich bringe ihm das Klarträumen bei.
Eine meiner Aufgaben war es, 5 Wünsche an einen imaginären Dschinn zu formulieren. Und Peter verhalf mit dabei zu einer wichtigen Erkenntnis: wir haben Angst zu träumen!
Wir haben Angst, uns Weltfrieden zu wünschen, weil wir Angst haben enttäuscht zu werden. Aber wie wollen wir Weltfrieden jemals erreichen, wenn wir uns verbieten, davon zu träumen!?
Klar können wir enttäuscht werden - das ist ja das Tolle! Das ist das Salz in der Suppe des Lebens! Stell dir vor, alles, was du dir wünscht, würde augenblicklich in Erfüllung gehen. Nach spätestens 5 Minuten wärst du gelangweilt oder verängstigt - eins von beidem. Allmacht ist nichts, was man sich wünschen sollte; ganz einfach, weil sie ein Fluch wäre...
Aber zum Glück können wir scheitern. Nicht alles, was wir wünschen, wovon wir träumen, wird wahr. Zum Glück. Nur lässt uns die Angst vor der Enttäuschung und der Verantwortung uns selbst und anderen gegenüber lieber gar nicht erst wünschen und träumen. Das ist krank. Daran leidet die Welt. 
Wünsch dir was! ;)

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